Dienstag, 23. Juni 2020


anders unsichtbar

was soll ich schreiben, ich habe heute nur mails gelesen während ich gekocht habe und die türen geöffnet, wenn postbot*innen klingelten und pakete bringen und ein kind immer schreit, weil sie permanent kopfhörer auf den ohren hat und das andere schreit, weil - ich weiß garnicht genau - sieht von außen aus wie orang utan imponiergehabe - oder ein testesteronschub - oder noch was anderes, danach sieht es auf dem balkon aus wie herbst, und am boden sammeln sich all die dinge, die ich nicht da hin gelegt habe, aber trotzdem nach und nach wegräume, und dann hunger aufkommt und die stimmung zu kippen droht und ich etwas koche, was alle anderen „ekelig“ finden, weil es grün und blättrig oder matschig, oder sonstwie nicht in ordnung ist, und ich lese über „monstosität und mutterschaft“ dass die befreiung der frau, laut marx und noch jemand, nur dann passiert, wenn es eine technologie gibt, die die schwangerschaft außerhalb und losgelöst vom frauenkörper ermöglicht, und dann kriege ich eine gänsehaut, und dann wollen sie döner, pommes und pizza und ich mache mir schon sorgen und denke an ihre zukunft und die klimakatastrophe, und ich helfe mir, indem ich an den kosmos und das all denke und an die möglichkeit zum mond zu fliegen, schwerelosigkeit, das radio läuft dabei und ein hörspiel und es ensteht eine collage aus die drei fragezeichen, die in autos einsteigen, schreiend entführt werden oder rätsel lösen und den corona-zahlen in gütersloh, fleischindustrie katastrophen in jeder hinsicht, und dann klingelt mein handy und ich muss honorarverhandlungen machen obwohl ich nicht weiß, wieviel wir jetzt eigentlich haben, und dann kriege ich 10 neue mails von der bank, weil die die personalausweise mit rand gescannt haben wollen, damit ich ein konto eröffnen und fördergelder abrufen kann und dann höre ich ihr zu, wie sie ihre stolz ihre noten vorliest: gymnasialempfehlung! großartig, und ich frage ob sie den müll rausbringt aber sie sagt NEIN und dann schreibt mir das festival wegen dem pressetext, der plötzlich sagt, hexen seien frauen mit besonderem wissen… ich muss schnell veto einlegen und klar machen, dass wir in WITCHES von konstruktionen der hexe als disziplinierendes Monster und emanzipatorischer figur und so im aufkommenden kapitalismus ausgehen, und dann klingelt es an der tür und das handy klingelt auch und jemand braucht etwas zu trinken und will filmsehen, und ich muss nein sagen, weil film war gestern - oder? ich erinnere mich nicht wirklich und dann merke ich, dass ich nichts anhabe und trotzdem an die tür gegangen bin und zziehe eine winterjacke an und dann befehle ich zum aufräumen, weil der fußboden … ich komm da nicht mehr rein und ich sehe schickt mir jeamnd urlaubsbilder, wie sie in der sonne liegen und dann wie sie surfen und ich weine fast aber dann habe ich eine idee und schreibe etwas auf, dass ich nicht vergessen will … und deshlab konnte ich heute nicht wirklich etwas schreiben, was reflektiert.

Montag, 22. Juni 2020

unsichtbar sein als positives Ziel

Es gibt da diese Youtuberin - Elle Mills - das ist eine rundliche 19 jährige, die offenbar eine Essstörung hat und in ihren Videos betont, dass sie keine Abnehmtips geben kann, obwohl sie in kurzer Zeit viel abgenommen hat und oft gefragt wurde, wie sie das geschafft hat. Sie heult während sie davon erzählt und sagt, sie kann keine Tipps gegeben, sie sei selbst noch mitten drin. 
ich habe oft das Gegenteil gemacht, ich war selbst noch mittendrin und habe so getan, als sei ich schon Expertin.
beim "Unsichtbar sein" noch nicht, ich habe nur gesagt, ich werde eine Schule gründen, ich habe nicht gesagt, ob ich Schüler oder Lehrer bin.
In Wahrheit bin ich voll mit der Gegenteil, der Sichtbarkeit beschäftigt. Ich bin noch gar nicht auf dem Weg, ich habe nur das Muster erkannt, 
Das ist die Wahrheit.

Nachtdienst für Nadine

Ich sitze hier am Tisch gegenüber von D., wir haben Nachtdienst. Unsere Patienten schlafen jetzt. Die Monitore laufen, im Moment kein Alarm, die Tabletten sind gestellt, die BTMs gezählt, im Radio läuft "nothing but mamels" von der Bloodhound Gang. Dass ich hier sitze ist ein Beispiel für Unsolidarität, meine Kollegin Nadine ist bis 26.6. krank geschrieben, hat aber auf Facebook, wo sie u.a. auch mit mir befreundet ist, gepostet, wie toll Alkohol mit Schmerztabletten kickt, dass sie gerade eine super Zeit hat mit nackten Nachbarn, die durch die Gegend laufen und ihr Hippieleben scheiße finden. Ich finde es auch toll, dass es ihr gut geht. 
Ich glaube, das Problem ist einfach, dass - und da ist Nadine nicht anders als andere - man sich immer so wenig vorstellen kann, was es konkret heißt, in dem Fall, dass dann jemand anders aus seinem Frei kommen muss, um den Dienst zu machen. Heute ich. Während ich das aufschreibe fällt mir die Kollegin ein, die hier nicht mehr arbeitet, weil immer wieder die gleichen Leute plötzlich krank waren, verschlafen hatten und immer wieder die gleichen Leute gefragt wurden, ob sie einspringen können, sie arbeitet jetzt unten in der Ambulanz und macht eine Arbeit, die ich langweilig finde. 
Naja, ich kann ein Video davon machen. Ein Video in dem sich zwei Frauen unterhalten. 
Vielleicht poste ich das auch auf Facebook, das, was ich hier geschrieben habe. Das macht man ja jetzt - das Leben ist erst wirklich, wenn es auf einer Art Bühne präsentiert wird, damit andere es bewerten können, 10 likes und drei Kommentare. Manche bekommen auch mehr - likes und Kommentare - dahinter ist keine Struktur. Immanuel hat mal gesagt, das lässt sich nicht konstruieren, es ist einfach irrational, grundlos wie Zufall. Das ist der Zufall, den wir produzieren und für die, die in diesem System keine Anerkennung generieren können, gibt es nur die Möglichkeit es noch einmal zu versuchen.
Für die die in unserer Gesellschaft nicht zu den Gewinnern gehören, nicht bewundert werden, keine Anerkennung bekommen, für die unscheinbaren, die durchschnittlichen, die Mehrheit, für die gibt es nicht mal Trost, für die hat unsere Gemeinschaft nichts. Kein Wunder, dass so viele wütend sind, frustriert, unzufrieden, sich scheiße fühlen, ausgebeutet. Obwohl wir doch diejenigen sind, die andere ausbeuten, obwohl wir doch alles haben, soo reich sind: reich, fett und unzufrieden.
Wir sind so gut darin, es uns gegenseitig zu vermiesen in großem Maßstab.



Hoffnung durch Analyse

https://www.zeit.de/2020/25/corona-krise-staat-risikopolitik-andreas-reckwitz

Apropros Weltraum

neulich habe ich ein Video von Elon Musk in einem Podiumsgespräch gezeigt bekommen, das eigentlich beweisen sollte, dass Menschen aus China manchmal dumm reagieren, es war aber anders rum, also nicht, dass Elon Musk dumm reagiert, sondern er wirkte auf mich eher dummdreist, abgehoben, rücksichtslos und überheblich, also unsympathisch. 
Ein neues Unternehmen von Elon Musk plant stufenweise über 40.000 Satelliten in die Erdatmosphere einzubringen:
Elon Musk will damit seine Marsmission finanzieren.
ich finde diesen Umstand sehr beängstigend und stelle mir vor, dass mit dem Weltraum über uns dann genauso verfahren wird wie mit den Meeren.
Dann bekomme ich immer dieses riesige Ohnmachtsgefühl, ich weiß nicht, wie es Dir geht?
Wie geht es Dir, in solchen Situationen?
Und da fällt mir zum Glück der Artikel von Andreas Reckwitz aus DIE ZEIT ein.
Der Artikel ist ein Hoffnungsschimmer.
ich suche den link



Nachtrag zur Gewalt


Solidarität

Partei ergreifen, wenn jemand ungerecht behandelt wird.
Sich gegenseitig unterstützen, den Rücken stärken.
Bei der Arbeit bilden wir Gruppen, die zusammenhalten.
Geschwister können sich solidarisieren gegen die Eltern oder Schüler gegen die Lehrer.
Solidarität ist für mich zusammenhalten, eine Gemeinschaft bilden, Stärke bündeln und sich gegenseitig zu schützen. Solidarität ist das Gefühl und die Gewissheit nicht allein zu sein. 

Samstag, 20. Juni 2020


deine fragen ...


Ja, ich trainiere. ich laufe jeden tag, wenn ich kann. ich laufe und höre dabei im moment timothy morton, weil der so schöne bilder sprechen kann. ich trainiere seit dem ich 13 bin glaube ich, wenn ich das richtig erinnere. damals habe ich mir jane fonda videos angeschaut und auch zuhause - wie du 2020 - vor meinem bett allerdings - aerobic gemacht. im badeanzug, weil das outfit bei aerobic wichtig ist. jane zwingt dich in den vergleich mit jane, die lächelt dauernd, kann sie ja auch, so perfekt wie sie rüberkommt…. so war das. heute laufe ich weil meine schiddrüse unterwegs immer kleiner und mein herz immer größer geworden ist. mein ruhepuls ist der einer riesenschidkröte. mir ist immer kalt. mein körper ist, seit dem mich die autoimmunkrankheit erwischt hat - vielleicht sogar vorher schon - ein avatar. ich bin also immer zu zweit. ganz gut eigentlich. vertrauen kann ich ihr nicht wirklich. vor corona habe ich auch tanzklassen besucht. großartig. ich liebe es, wenn mir jemand die arbeit abnimmt. im moment trainiere ich eine mischung aus yoga, gaga, tossismus und zeitlupe. komme doch mal zu mir in den probenraum! ich schlafe nicht gut. selten schlafe ich mal durch. ich träume viel viel viel - ich liebe es zu träumen. ich könnte viel über den schlaf erzählen merke ich gerade. ich trau mich noch nicht. interessant, welchen grad der intimität ich zulasse - online! mein körper ist die denkerin, ich bin nur das. körper. ich bin tänzerin. ich habe erst mit 25 meine ausbildung, dann aber gleich klassisches ballett, angefangen. 3 jahre habe ich jeden tag außer vielleicht mal sonntags, 6-8 stunden trainiert und danach noch unterrichtet. das hat mich zur tänzerin gemacht. nicht das klassische ballett, oder der zeitgenössische tanz. ich meine diese absolute hinwendung zu etwas. ich bin nicht abgehauen vor meinem körper. sowas habe ich davor nie erlebt. ich hatte glück so spät angefangen zu haben. ich war intellektuell nicht so leicht zu beeindrucken. meine politische haltung wurde ganz schön herausgefordert in dieser zeit. ich habe immer ein inneres bild vor mir, mein körper ist mir dauernd präsent glaube ich. nur wenn ich schlafe vielleicht nicht. eine oase ist für mich ein wasserort. ein steinpool mit buntem mosaikboden. ich tauche da runter und sehe wie es ist. ein bild. das wasser ist so klar und kalt, dass die landschaft drumherum zum hochgebirge wird. ich bin alleine und es ist fast still.

ich mag unseren blog sehr :)

Sonntag, 14. Juni 2020

Gewalt Bewegung Erfahrung Körper

Oase

Eine Bikram Yoga-Sitzung bei mir zu Hause, weil es nicht ganz so warm ist (dadurch sind die Asanas etwas weniger anstrengend) und ich kann nicht so viel nach links und rechts gucken, wie gut die anderen sind. Volle Konzentration -> totale OASE.

Eine Humanistische Unterweisung planen

Dschungelbilder von Rousseau angucken

Bilder vom Weltraum angucken

An einen Film denken, den ich mag, zum Beispiel Barton Fink, Man in Black, Blade Runner, Lost Highway, Twin Peaks - weil ich mich natürlich nicht an alle, nur an bestimmte Szenen erinnere.

Videos schneiden

Videos aufnehmen

Audios aufnehmen

Texte schreiben

auf dem Bett arbeiten

Bei TubeBuddy checken wie meine Videos auf YT performen





Mittwoch, 10. Juni 2020

fünf Uhr einundzwanzig

der Körper, kann alles, läuft aber so mit, ich will nicht sagen unbemerkt, ich merke es schon, wenn ich Nachtdienst habe, es - habt ihr gehört, nicht ihn oder so.
Oder Frühdienst, der Wecker klingelt nicht, aber ich bin wach, trotz weniger als vier Stunden Schlaf, der Körper ist müde, aber weiß, es ist Zeit
Zum Training muss ich mich immer überwinden. Obwohl es meistens Spaß macht und sich hinterher gut anfühlt.
Wenn ich nicht arbeite oder seit Corona zu Hause Sport - ich weiß nicht ob man das Sport nennen kann, aber Fakt ist, dass sich die Muskeln nicht zurück entwickelt haben, ich habe es Montag festgestellt, da habe ich zum ersten Mal wieder Bikram Yoga gemacht - auch zu Hause online halt, aber die Übungen gingen fast besser als im Kurs - jedenfalls wenn ich das nicht mache, mache ich alles im Bett, das soll man ja nicht, weil man dann den Kopf beim Thema Bett nicht auf Schlafen Programmiert, ich kann aber trotzdem gut schlafen.
Trainieren ist fast besser alleine, jedenfalls sowas wie Yoga, irgendwie konzentrierter ich kann nicht auf die anderen schauen und mich vergleichen. Es ist mir erst hier beim Training zu Hause aufgefallen wie stark ich das mache. Es wäre natürlich auch eine Achtsamkeits Übung, in den Kurs zu gehen und dort immer wenn ich mich vergleiche es bemerken und zurückkehren zur Konzentration.
Draussen regnet es.
Ich wollte Dich fragen, ob Du gerne trainierst? ob Du gut schläfst? Geschlafen hast.
Ob Dein Körper der Denker ist, im Vordergrund steht, die Ansagen macht, Dich leitet?
Ob Du Dich als Tänzerin definierst oder als Bewegerin?
Was für Dich eine Oase ist?

Samstag, 6. Juni 2020

going up like a fucking meteor

gerne werde ich auf meinen körper reduziert. das reicht. was soll ich auch mehr sein, als körper. all meine möglichkeiten entstehen und aktualisieren sich mit meinem körper. gedanken sind das ergebnis kollaborativer prozesse mit pflanzen auf meinem fensterbrett, im park, unter wasser. ideen sind die kinder animalistischer interaktionen. probleme sind die unterbrechungen fortlaufender kommunikationen mit bakterien in meiner näheren umgebung. erinnerungen werden von winzigen viren-kolleginnen in meinen körperschichtungen archiviert. meine zellen erzeugen das, was ich diskurs nennen will. körper lassen sich nicht reduzieren. sie sind derartig multipel, dass reduktion einfach nur der sprache einen plausiblen zugang ermöglicht. verständlichkeit. lesbarkeit. sichtbarkeit. die unterhaltungen, die meine symbionten mit entfernten ersehnten spezies in deinem körper anzubahnen versuchen sind erotische bewegungen, polyphone gesänge, zukünftiger infektionen. wir leben in welten, zu denen wir uns den zugang selbst versperren. moos wächst langsam. welten, die körper sind. welten mit irreduziblen zugängen. keinE muss sich etwas erst vorstellen können, bevor es ins leben wächst. das leben tastet sich blind ins ungewisse. das spüren wir, wenn wir rückwärts fallen, eine fliege schlucken, den mund im sturm nicht zukriegen, tinnitus spüren, ein knäul materie am boden finden und nicht wissen, was es ist, sich das bild einfach nicht labeln lässt, auf dem nachhauseweg unseren namen, das jahr, die ursachen unserer existenz vergessen, ausversehen schreien und unsere stimme nicht wiedererkennen … also reduziert mich gerne auf meinen körper - etwas anderes gibt es sowieso nicht. Heute in der Zeit: „Evolutionsbiologin: Ab (dem) Zeitpunkt(der Geschlechtsreife) nimmt der "reproduktive Restwert" der Frau ab, also die Zahl der Kinder, die sie potenziell noch bekommen kann.“ Aus einer Studie, die bestätigt, dass Frauen sich reiche Männer wünschen und Männer sich jüngere Frauen wünschen. es ist ungemein anstrengend für alle, die daran arbeiten normativität aufrecht zu erhalten. so zu bleiben, wie es in die aktuelle wirtschaftsweise und neoliberale ideologie passt. nicht nur eine frau zu werden ist energieverschwendung, eine frau zu bleiben ebenfalls, ein mensch zu werden sowieso und wer will das eigentlich noch? es ist wie die permanente reanimation eines zombies. welch eine verschwendung von lebensenergie! körper haben sex mit wesen und dingen, mengen und worten, bildern und intensitäten von denen zeitautorinnen nur feuchte träume haben können. körper halten sich weder an ein geschlecht noch an eine studie, sie schreien sich die stimmbänder heiß, lassen räume hinein in ihre und atmen sich durch andere, werden poröser und knüpfen neue neuronen zusammen nanosekündlich. studie hin oder her. evolutionsbiologin oder paartherapeutin egal. reproduktion ist keine frage der geschlechtsreife und des kindermachens oder -kriegens. es ist eine frage des lassens. körper lassen sich nicht nur nicht reduzieren, sie gehen ab wie fucking meteore.

Freitag, 5. Juni 2020

Wasserkuppe

Daran erinnert mich das Foto mit den Satellitenschüsseln und dem Regenbogen. Das Foto ist schön finde ich. In der Rhön, dort wo die Wasserkuppe liegt, gibt es diese halbfertige Kulturlandschaft mit Hochmoor dort ist es weitestgehend unberührt und verlassen. Das finde ich eine Art Oase - meinte aber natürlich eigentlich nicht das tatsächliche.

Donnerstag, 4. Juni 2020

WELTRAUMSTATION


Trainieren für die Weltraumstation

Heutiges Thema: Gravitation überwinden. Gravitation ist ein Stigma, haftet uns an, zieht am Körper, am Denken, an den Mundwinkeln, am Haar und an hervorragenden Körperteilen. Schweißtreibend ist das Training schon! Stabile Position einnehmen auf allen Vieren. Ruhig und gleichmäßig atmen. Alle Gelenke lösen, niergends blockieren oder einrasten, offen bleiben! Dauer: 77min.

nächster Schritt: Kosmische Strahlung tolerieren. Kosmische Strahlung steigt rapide an je weiter wir uns von der Erde weg bewegen. Mutationen werden durch sie ausgelöst. Übung: Lege dich auf den Rücken und spüre die Erde unter deiner Haut, dem Fußboden, dem Keller, dem Rasen … konzentriere dich auf die Kosmische Strahlung und lasse sie wie Licht durch deinen porösen Körper fallen! Leite sie weiter ins Erdinnere. Dauer: 22 min.

©Jewgeni Roppel

Zwei Antworten


1. In der Erzählung, die dem Film zugrunde liegt, von Philip K. Dick, träumen Menschen davon, sich die Haltung elektrischer Tiere leisten zu können. Die sind immens kostspielig und je höherwertiger sie sind, umso mehr nimmt man ihnen ihre Lebendigkeit ab. Die Prestigeobjekte sind also Schafe, Eulen, Kühe, Mäuse etc. nicht Porsche, Golfplatz, Rolex oder so ein Quatsch. Nein, die Simulation des Lebendigen - der Natur, wenn du willst, Schwester.

Die Frauen sind präzise Androidinnen mit Schulterpolstern und Karatekenntnissen. Sie sprechen nicht viel, sind kalt und berechned, paffen Ringe in Sroboskoplicht ohne zu blinzeln. Blade Runner ist eine Lied an die, die sich cyborgisch lesen. Die zweite Natur als einzige Natur.

2. Reality Show auf der Reeperbahn ist deswegen spannend, weil man nicht selbst drin vorkommt. Glücklicherweise sind die anderen die, verrutschten Existenzen, die „lustigen Menschen“, das Altonaer Urgestein. Beinahe hätte es mich erwischt, gerade nochmal gutgegangen… puh…

Was ist wichtig? Wenn es noch weitere Menschen gibt, mit denen man zusammenlebt oder koexistiert, dann ist die Frage nochmal eine andere. Also müsste man die irgendwie zusammen beantworten. Lass uns da mal dranbleiben!

Zwei Fragen:

1. Warum fasziniert uns der Film Blade Runner? Es ist eine dystopische Welt ohne Natur, ohne Bäume, Wiesen, Bäche, alles ist Plastik und doch ist es ein magischer Film - finde ich - WARUM?

2. Spiegelt TV hat 2007 -glaube ich - eine Reality TV Staffel über den Penny Markt an der Reeperbahn gedreht, im Mittelpunkt stehen die Leute, die dort regelmässig einkaufen und in der Nähe wohnen oder arbeiten oder beides. Klar manche gucken das sicher unter dem Aspekt: guck mal was für fertige, lustige Leute. Aber finde es ist eher ein Gegenentwurf zur Leistungsgesellschaft.
Wenn ich eine Folge gucke, frage ich mich immer: Wie soll ich leben? Was ist wichtig? 
Ist das nicht das eigentliche Leben? Einkaufen, Essen kochen, essen, schlafen, Leute treffen, die neben an wohnen, ein Dorf bilden, das nicht so langweilig ist wie das Dorf, sondern so aufregend und schillernd wie die Leute, die im Kiez Penny einkaufen gehen.

 

Creator Modus

Der Creator Modus ist deshalb interessant, weil er sich mit der Perspektive verbindet, mit der Sichtweise, mit Meditationsprofis den Geist betrachten.
Der Geist, ist der Creator, er erschafft einen Realität, die Realität der Gedanken, die nicht wirklich ist, sondern sich durch das Denken über die Welt selbst verwirklich.
Kurz gesagt und rückgeschlossen ist das auch der Creator Modus.
Die Welt ist und alles was sie für uns ist, ist in unserem Geist entstanden, durch die Art wie wir über das Sein denken und wie wir es bewerten, interpretieren und welchen Stellenwert wir dem Beimessen.

Gespräch

Die Vorstellung, dass das hier dieser Blog keine Arbeit ist, kein Muss, sondern eher eine Oase, ein Freiraum, eine Wiese, ein neuer Kosmos, eine Weltraumstation, eine Dependance, das dachte ich am Anfang, das finde ich auch nach wie vor gut.
Es steht natürlich im Widerspruch zu dem, was alles getan werden muss, um Sichtbarkeit zu erzeugen.
Ich stelle es mir vor wie ein Spiel, wenn der Gamer, so wie ich ihn mir vorstelle, von der Arbeit nach Hause kommt, setzt sich an seinen PC und taucht ein in das Spiel, er verwandelt sich in einen Charakter und geht auf eine Mission in einer virtuellen Welt, die Gamedesigner erzeugt haben. Und das ganze ist für ihn Freizeit, eine Wohltat, Spaß, obwohl er auch was machen muss, verlieren kann, etc. 
Offensichtlich hält das Spiel wirkungsvolle Belohnungen parat, worin bestehen die? Das ist die Frage.
Vielleicht ist eine Antwort, dass es die Perspektive ist aus der der Gamer das Spiel betrachtet und diese Perspektive, dass es ein anregendes, spannendes, lohnendes Abenteuer ist, in dem es viel Neues zu entdecken gibt, das wird vom Spieldesign angeregt - könnte ich mir vorstellen.
Es gibt einen youtube Therapeuten, der die Gamer therapiert mit den Skills aus ihrer Gameerfahrung. Eins davon ist der CREATOR Modus. Den finde ich interessant. - ich schreibe dazu extra!
Es gibt ein Buch von Solschenizyn Krankenstation, dort ist er einer der wenigen, der den Krebs überlebt, die Krankheit kann auch eine Auszeit sein, die gut ist. 
Ich habe auch beobachtetet, dass vielen die Entschleunigung durch Corona gut tut, dass sie sie genießen, wie entspannend es ist, sich nicht mehr so sehr unter Druck zu setzen, dass aber auch auffällt - jetzt erst - wie sehr wir uns unter Druck gesetzt haben. Und wenn ich mich frage, warum, dann aus Angst, dass nicht mithalten zu können, überholt zu werden, unterzugehen in der Menge. 

Schuld

Schuld nicht nur im Zusammenhang mit Krankheit ist ziemlich zerstörerisch finde ich und Schuldzuweisungen vergiften viel und sind selten hilfreich.

Selbst Schuld

Mich erinnert das, was Du schreibst sofort an Rüdiger Dahlke, der hatte dieses Buch "Krankheit als Weg". Das wurde einen zeitlang propagiert, dass man sich selbst heilen könnte, in dem man sich ändert, dass Krankheiten alle mit dem speziellen, persönlichen Sein zusammenhängen. Die Idee dahinter war, dass man die Krankheit heilt, wenn man sein Sein ändert. Vorher sollte man es aber akzeptieren.

Mittwoch, 3. Juni 2020

selbstschirm

mein haar verdichtet sich - beschleunigtes wachstum - es rollt sich und verklebt zu weiß-rötlichen, conkaven platten, die sich um meinen hinterkopf legen. eine naht hitziger gedanken schweißt das mittelgwölbe zusammen. die augen spenden glasklare masse, fließend hell. in schichten sammelt sich beweglich-stabiles plexiglasartiges augenschild vor meinem blick zu einem festen schutz. die helle hülle doppelt sich haarlos und umfließt meine haut in atmenden stoffen. aus mir wächst und fließt es heraus, was mich als ganzes umhüllt. ein schutzbau beweglich, stabil und schimmernd. der selbstschirm nützlich im all.

ad astra


heimlich krank

weißt du warum ich so garnicht geschrieben habe? ich bin krank … aber nur ein bisschen

heimlich krank

seit dem ich mich an etwas erinnern kann - war ich viel krank - dass das viel war, wußte ich natürlich nicht, dass ich viel mehr zuhause rum hing als andere Kinder, war mir nicht bewußt. Erst das Gemecker im Zeugnis der 8. Klasse brachte mich mal zum Nachdenken. Dann aber beschloß ich für längere Zeit die Schule zu schwänzen, also spielte das auch keine Rolle mehr. „Kind, warum bist du so blaß?“.- Also legte ich mich zur Tarnung unters Solarium und bekam Sonnenbrand. Als ich dann ins Leistungsalter kam und die Bühne der Arbeit betrat, konfrontierten mich diverse Chefs mit meinen zahlreichen Krankmeldungen. Das endete meist mit Kündigungen. Das fand ich okay. Ich wollte nie Lohnarbeit machen. Das ging nur leider nicht. Dann wurde es immer heikler, immer schwieriger genug Geld zu verdienen, alleinerziehend ein Kind mit durch zu bringen und sich irgendwie zu bilden nebenher, ich war gerade 19 geworden. Das führte dazu, dass ich so tat, als sei ich nicht krank, wenn ich krank war. Ich aß und schlief weniger, weil das, kurzfristig zumindest, fit macht. So 10-12 Jahre hielt ich das durch, dann gab es plötzlich längere Ausfälle, die ich nicht mehr vertuschen konnte, nicht vor anderen und auch nicht vor mir. Dann gab es Diagnosen. Erst eine dann noch eine, dann wieder eine… dann hatte ich die Schnauze voll und versuchte es mit einer Yogaausbildung. Hilft auf jeden Fall, aber ist natürlich auch keine Lösung. Als Künstler*in kann man das Kranksein einigermaßen gut integrieren. Indem ich einfach so war wie ich war: krank eben…aber cool dabei, merkt keine(r) ob du gerade einen Kater hast oder ne Autoimmunkrankheit.

Krankheit ist ein Makel- ein Stigma! Risikogruppe! Minderheit! „Krankheit ist was für Leute, die nicht klar kommen, eine Schwäche. Krank sind die, die nicht mit Drogen umgehen können, sich falsch ernähren und keinen Sport treiben. Selbst Schuld!“ Das wäre die Konsequenz aus dem, was eine Politik der Gesunden und Wohlhabenden erzeugt.

Im Moment kann ich ganz entspannt krank sein! Weil plötzlich Zeit dafür ist, krank zu sein. Peng! schon bin ich krank! Was heißt es Krank zu sein im neoliberalen Kapitalismus? Es bedeutet von der Arbeitskraft zur Ressource für medizinische Produktion zu werden. Was bedeutet das? Dass Krankheit - unter bestimmten Bedingungen - materialisierter Widerstand sein kann!

Kennst du das SPK - sozialistisches Patienten Kollektiv? Es wurde 1970 gegründet und wehrte sich gegen den herrschenden Krankheitsbegriff. Krankheit als Waffe!
Hier ein Text um eine Idee davon zu bekommen:

"Es gibt Materie nur als Quantität, Materialismus nur als Dialektik, Krankheit nur als Leben des Auseinander und Gegeneinander von Gattung und Vereinzeltem. Der Begriff von Krankheit ist Leben in seiner Unteilbarkeit, lebendige Individualität.
Auch der jeweilige Krankheitsprozeß reflektiert Gattungsspezifisches. Nämlich die erklärte Wirkungsweise so ziemlich aller Waffengattungen: kampfunfähig zu machen.
Dabei individualisiert die Universalgattung Tod das uniform gebrochene Leben. Die allgemeine Gravitation (Schwerkraft und Schwindel) nimmt Druck und Stoß, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen in die undurchdringliche Einheit von Niedergeschlagenheit ("bakteriologisch-chemische Kriegsführung") und Bedrücktsein ("Depression"), wo nicht in den explosiv-detonativen Spannungsumschlag der fieberhaften Manie oder Katatonie zurück.
Fieberschauer von Frost und Hitze repräsentieren die Einheit eines durch Strahlen oder wie auch immer vergifteten Lebens auf dem Weg in Delir und Koma." Quelle: http://www.spkpfh.de/Krankheitsbegriff.htm